Wie installiere ich einen Minecraft-Server von Hand?

Einen Minecraft-Server mit Paper richtest du auf jedem Linux-vServer in etwa 15 Minuten ein: Java installieren, Paper herunterladen, als systemd-Dienst starten. So läuft er unabhängig vom Gameserver-Manager, startet nach einem Neustart selbst und lässt sich sauber stoppen.

Welcher Server?

Minecraft braucht vor allem schnelle Einzelkerne. Dafür ist der Ryzen VPS gebaut. Für eine kleine Runde mit Freunden reicht auch ein KVM Root 3.5 oder ein Smart Value mit IPv4. Ohne IPv4 erreichen dich viele Spieler nicht, siehe Mein Smart Value hat nur IPv6.

1. Java installieren

Aktuelle Minecraft-Versionen brauchen Java 21. Unter Debian 13 und Ubuntu 24.04:

apt update
apt install openjdk-21-jre-headless

Unter Debian 12 gibt es Java 21 nicht im Standard-Repository. Nimm dort die Pakete von Adoptium oder den Java-Eintrag im App-Installer im Cloud Manager. Prüfen mit java -version.

2. Eigenen Benutzer anlegen

Der Server läuft nicht als root. Das begrenzt den Schaden, falls ein Plugin eine Lücke hat.

useradd -r -m -d /opt/minecraft -s /bin/bash minecraft
su - minecraft

3. Paper herunterladen und einmal starten

Den Download-Link der aktuellen Version findest du auf papermc.io unter „Downloads“. Kopiere ihn und lade die Datei als paper.jar herunter:

wget -O paper.jar "<Download-Link von papermc.io>"
java -jar paper.jar --nogui

Der erste Start bricht ab und legt eula.txt an. Lies die EULA, setze darin eula=true und verlasse die Shell mit exit.

4. Als Dienst einrichten

Lege als root /etc/systemd/system/minecraft.service an:

[Unit]
Description=Minecraft Server
After=network.target

[Service]
User=minecraft
WorkingDirectory=/opt/minecraft
ExecStart=/usr/bin/java -Xms2G -Xmx2G -jar paper.jar --nogui
Restart=on-failure

[Install]
WantedBy=multi-user.target

-Xmx ist der RAM für Minecraft. Lass etwa 1 GB für das System übrig, bei 4 GB RAM also -Xmx3G. Dann:

systemctl daemon-reload
systemctl enable --now minecraft
journalctl -u minecraft -f

Mit systemctl stop minecraft fährt der Server sauber herunter und speichert die Welt.

5. Erreichbar machen

  • server-ip: Lass in server.properties den Eintrag server-ip= leer. Dann lauscht der Server auf allen Adressen deines vServers, IPv4 und IPv6. Steht dort eine falsche oder fremde IP, bricht der Start mit „Failed to bind to port“ ab. Eine feste Adresse brauchst du nur, wenn dein Server mehrere IPs hat und Minecraft nur auf einer laufen soll.
  • Port: Minecraft nutzt TCP 25565. Hast du eine Firewall eingerichtet, gib ihn frei, zum Beispiel ufw allow 25565/tcp.
  • DDoS-Schutz: Stelle das Profil für Minecraft ein, siehe Wie schalte ich den DDoS-Schutz um?
  • Domain: Mit einem SRV-Eintrag verbinden sich Spieler über deinen Domainnamen, siehe Domain mit Minecraft verbinden.

6. Welt sichern

Vor Updates oder neuen Plugins legst du einen Snapshot an. Die automatischen Backups sichern den ganzen Server. Für eine Kopie der Welt von Hand stoppst du vorher den Dienst.

Welche Ports andere Dienste brauchen, steht in Welche Standard-Ports gibt es?

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